Empfindung, Raum und Bewegung

Performance-Klassenserie und Erfahrungsraum

Mit Charlie Fouchier und Katharina Hänßler

Im Rahmen der Wiederaufnahme vom ΒᾸΘΟΣII (*), bieten wir einen Trainings- und Erfahrungsraum mit den Tänzer_innen des Projekts an. In diesem Training teilen wir mit euch einige der Inspirationsquellen und performative Werkszeuge, die die Entstehung des Projekts begleitet haben.

Der geschützte Rahmen dieser Klassenserie erlaubt allen Teilnehmenden, seine/ihre persönliche sensorische und emotionale Reise zu anzutreten und zu erleben. Das Format eignet sich daher zum einen (unabhängig von Vorkenntnissen) für alle, die an neuen Körper- und Wahrnehmungserfahrungen interessiert sind. Ebenso stellt er aber auch ein intensives Training als auch für Performer*innen und Bühnenkünstler*innen dar. Diese Zeit mit uns wird für sie eine herausfordernde und bereichernde Möglichkeit sein, um sich selbst in der Beziehung zu Betrachter*innen neu zu erleben.

Es interessiert uns insbesondere, nach emotional durchlässigen Präsenzzuständen zu suchen. Diese Zustände zielen auf eine Aufrichtigkeit zu sich selbst und auf eine emotionale Nacktheit gegenüber dem Blick der Betrachter*innen ab. Nach diesem Ansatz verstehen wir daher die Position der Darsteller*innen nicht nur als eine Art und Weise zu „geben“, aber ebenso als die Kunst, sich zu erlauben, von der Präsenz der ZuschauerInnen oder ZuhörerInnen um berührt zu werden. Diese Berührbarkeit ermöglicht für die Tänzer*innen bzw. Darsteller*innen mehr Empfindlichkeit, Freiheit und Kreativität in ihrer Erfahrung zu finden.

Ein Schwerpunkt unserer Pädagogik ist daher die Entdeckung und die Erfahrung von sich selbst durch die Präsenz und dem Blick des Andere. Durch Bewegung, Beobachtung und verbalen Austausch, kommen wir in Kontakt miteinander, und lernen durch diese Begegnungen um uns selbst kennenzulernen.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die räumliche und zeitliche Wahrnehmung unserer Körper in Bewegung. Während die Klassen artikulieren wir miteinander die folgende Punkte um dieser Wahrnehmungsebene zu öffnen :
– körperliche Selbstwahrnehmung,
– dreidimensionale Raumwahrnehmung durch die Aufmerksamkeit auf unsere visuelle und auditive Wahrnehmungen,
– Zeitwahrnehmung als die Synthese der Veränderungen unserer räumlichen Wahrnehmung,
– Selbsterfahrung durch die Begegnung mit den Anderen als Anerkennung seiner Andersartigkeit begreifen, und als ein räumlichen „Mitdasein“ erfahren.

An diesen Punkten orientiert sich auch der Aufbau der einzelnen Trainings im Laufe der Woche. Dabei werden wir mit einfacheren Übungen beginnen und dann zu komplexeren Vorschlägen übergehen. Aus diesem Grund empfehlen wir die Teilnehme an mehreren Tagen, um die Besonderheit dieser Arbeit voll und tief umarmen zu können.

Vom 2. bis dem 6. April in der Tanz-Zentrale (Leipzig), jeweils von 09:30 bis 11:30 Uhr.

(*) ΒᾸΘΟΣII ist eine Performance-Installation die sich mit der körperlichen Intimität zwischen Darsteller und Zuschauer befasst. Das Stück zielt darauf ab, unsere körperlichen, räumlichen und zeitlichen Wahrnehmungen zusammen mit unserer emotionalen Erfahrung zu artikulieren. Die Wiederaufnahme wird am 21. und 22. April im LOFFT-Theater stattfinden.


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